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Fensterglas ist aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Die Tradition der Glasproduktion lässt sich bis in die Zeit vor Christus zurück verfolgen. Fenster sind die Verbindung zur Außenwelt und bringen Licht ins Dunkeln.

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Mit der richtigen Glasart erfüllen Fenster vielfältige Funktionen. Traditionelle Fenster haben einen besonderen Charme. © Lupo by pixelio.de

Menschen verbringen die meiste Zeit in geschlossenen Räumen. Fenster durchfluten den Raum mit natürlichem Licht und sind damit entscheidender Faktor für eine optimale Wohnatmosphäre. Denn Fensterglas fängt Sonnenstrahlen ein, die das körperliche und geistige Wohlbefinden steigern. Es sorgt für eine natürliche Belichtung im Raum, die durch künstliches Licht niemals ersetzt werden kann.

Fensterglas: Vom einfachen Glas zum Multifunktionsfenster

Glas gehört zu einer der ältesten Werkstoffe der Menschen. Es gibt archäologische Funde, die darauf hinweisen, dass Menschen schon 3500 vor Christus Glas erzeugten. Vermutlich entstand das Glas zufällig beim Schmelzen von Töpferei-Produkten.
Ab dem 1. Jahrhundert wird die Verwendung von Fensterverglasung üblich. Fensterglas weist aufgrund der verschiedenen Baustile eine große Formenvielfalt auf. Jede stadtgeschichtlichen Epoche ist durch jeweilige Fensterarten gekennzeichnet.
Die unterschiedlichen Phasen im Fensterbau sind geknüpft an die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik und an die sich ändernden Bestimmungen bezüglich der Wärmeschutz-Regelungen. Es lassen sich vier Phasen herausstellen:

  • In den Jahren von 1950 bis 1978 existierten vorwiegend Fenster mit Einfachverglasung und Kasten- und Verbundfenster mit zwei Einzelscheiben.
  • Mit der Verabschiedung der Wärmeschutz-Verordnung wurden ab 1978 verstärkt Isolier-Fensterglas eingesetzt.
  • Ab 1995 kam beschichtetes Isolierglas auf den Markt. Bis heute ist die 2-fach-Wärmeschutzbeschichtung für Fensterglas in den deutschen Haushalten dominierend.
  • Nach 2005 kam vermehrt 3-fach-Wärmeschutzverglasung zum Einsatz.

In Deutschland gibt es noch rund 25 Millionen Fensterglas-Einheiten mit Einfachverglasung in den Gebäuden. Diese Art der Verglasung hat eine hohe Wärmedurchlässigkeit. Daher ist der Austausch der aller Fenster mit Einfachglas ein umweltpolitisches Ziel. Das Einsparpotenzial für dieses Fensterglas ist enorm: insgesamt könnten mit dem Austausch aller Fenster deutschlandweit rund 12 Milliarden Kilowattstunden gespart werden. Hochgerechnet sind das 3 Millionen Tonnen CO2 im Jahr.
Der Austausch von Einfach-Fensterglas bringt aber nicht nur energetische Vorteile, auch der Substanzwert des Gebäude steigt. Modernes Fensterglas hat eine bessere Schalldämmung, es ist sicherer und pflegeleichter. Ein anderer Effekt ist, dass das Fenster mit Wärmeschutzverglasung eine höhere Oberflächen-Temperatur erzielen. Damit wird jeder Innenraum behaglicher und gewinnt an Gemütlichkeit.

Unterschiedliche Produktionsverfahren bestimmen die Glasart

Viele Glassorten erhalten bei der Herstellung einen Zusatzstoff. Dadurch erhält das Glas seine jeweiligen Eigenschaften. Farbiges Fensterglas bekommt während der Glasschmelze Farbpartikel beigemischt. Milchglas beispielsweise entsteht durch eine Mattierung von klarem Glas oder mit weißem Siebdruck. Durch das Beschichten oder Bedrucken mit metallischen Stoffen wie Silber, Kupfer oder Gold entsteht verspiegeltes Fensterglas, welches als Sichtschutz eingesetzt wird.

Aufgrund spezieller Herstellungsverfahren hat Fensterglas einen Sperrfilter, die UVB-Strahlen blockieren oder zumindest verringern. Allerdings gilt das nicht für die Durchlässigkeit von UVA-Strahlen. Demnach können wir uns hinter Fensterglas nicht bräunen, aber eine vorzeitige Alterung der Haut und allergische Reaktionen sind dennoch möglich.

Je nachdem welche Funktion das Fensterglas erfüllen soll, muss die Glasart ausgewählt werden. Mit der richtigen Wahl kann ein Fensterbauer gestalterische Akzente im Raum setzen. Die Verwendung von unterschiedlichen Rahmen, die Größe der Fensterfläche, zusätzliche Rollläden oder Jalousien bewirken jeweils ein völlig anderes Raumgefühl.

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