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Du bist hier: Startseite » Autowerkstatt » Hauptuntersuchung – HU-Rückdatierung ist seit Jahresbeginn bundesweit abgeschafft

Allte Autowerkstatt © tiegeltuf by flickr.com

Alte Autowerkstatt © tiegeltuf by flickr.com

Mit dem 1. Januar 2012 wurde die bisher gängige Rückdatierung der Hauptuntersuchung abgeschafft. Überzogene Termine und ungültig gewordene Plaketten können dennoch Bußgeld kosten.

Bisher wurde bei verschlafener Fälligkeit der Hauptuntersuchung (HU) die neue Plakette auf den alten Termin rückdatiert. Wer also, statt im September, erst im November die HU in der Kfz-Werkstatt seines Vertrauens hat durchführen lassen, bekam eine Plakette für September in zwei Jahren auf das Nummernschild geklebt. Obwohl mittels der HU und AU (Abgasuntersuchung) gewährleistet wurde, dass das Fahrzeug für die nächsten 24 Monate verkehrstauglich sei, würden nur 22 Monate gültige Plaketten geklebt.

Diese Praxis wurde seit langem kritisiert und wird seit Januar 2012 nicht mehr angewandt. Die geklebte HU-Plakette hat ab sofort mit dem Tag der Untersuchung 24 Monate Gültigkeit. Dies kommt den Autofahrern zugute; zusätzlich entlastet dies den Geldbeutel. Den Prüforganisationen in den Werkstätten dagegen geht somit langfristig Geld verloren.

Beachtet werden sollte dennoch, dass trotz dieses Entgegenkommens, ein Überziehen der Fälligkeit und das Missachten der Termine verboten ist. Bei einer Überziehung von zwei Monaten ist ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro vorgesehen, bei vier Monaten sind es bereits 25 Euro und ab acht Monaten werden 40 Euro fällig – und zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei Flensburgs gibt es obendrein.

All zu lange dürfte jedoch die Freude über die Abschaffung der HU-Rückdatierung nicht währen. ADAC-Berichten zufolge plane die EU-Kommission, alle Fahrzeuge, die sieben Jahre und älter sind, einmal im Jahr zur Hauptuntersuchung in die Kfz-Werkstatt zu schicken. Dies diene der Verkehrssicherheit. Betroffen davon wäre deutschlandweit jedes zweite derzeit angemeldete Fahrzeug, also etwa 22 Millionen PKW. Forciert werde diese Regelung schon seit längerem von TÜV, DEKRA und Co., die EU komme nun zur Hilfe. Gelten solle eine solche Regelung für ganz Europa. Den Prüforganisationen und Werkstätten würden damit allein in Deutschland 1,2 Milliarden Euro in die Kassen strömen lassen – Geld, das den Autofahrern aus den Taschen gezogen werden würde.

Der ADAC kritisiert die fadenscheinige Argumentation, eine solche EU-weite Regelung diene der Verkehrssicherheit. Schließlich seien gerade einmal 0,42 Prozent der registrierten Unfälle mit Personenschaden auf technische und damit HU-relevante Schäden zurück zu führen. Ebenso fehle es an Nachweisen und Untersuchungen, die belegen könnten, dass die Mängelhäufigkeit mit zunehmendem Fahrzeugalter zunimmt.

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